Geografische Lage
 
 

Das BanatBanat
liegt im Dreiländereck Rumänien, Ungarn, Serbien, zwischen Donau, Theiß, Marosch und den Ausläufern der Südkarpaten. Es umfasst ca. 28.526 km². Nach dem Vertrag von Trianon, 4. Juni 1920, wurde dieses geschlossene deutsche Siedlungsgebiet dreigeteilt. Der größere östliche Teil mit Temeswar und dem Arader Komitat (66,5% = 18966km²) kam zu Rumänien, der südliche Teil (32,5% = 9276 km²) zum Königreich Serbien (das 1929 in Königreich Jugoslawien umbenannt wurde) und der südliche Marosch - Theißwinkel (1% = 284 km²) zu Ungarn.

Treffsicherer kann man das Banat wohl kaum beschreiben als Joseph Fuchs in nachfolgendem Artikel. Dieser erschien Ende der 30-er Jahre in der Monatsschrift "Volk und Heimat".

 
 

Landschaft und Leben

"Azurblauer Himmel wölbt sich über die breite Ebene. Es ist tief im Sommer. Unbarmherzig brennen die Strahlen der Sonne herab auf goldgelbe Fluren; der Kies der Straße und der Staub der Wege glühen mit in dieser heißen Symphonie des Südens.
Weiße Wolkenkähne ziehen bescheiden ihre Wege. Und wenn dann einer die strahlende Glut der Sonne für wenige Augenblicke aufhält, so geht es wie ein tiefes Atemholen durchs Land. Die schweren Ähren goldenen Korns wiegen sich leicht und ein kaum merkliches Rauschen zieht über die Felder.
Eine verlorene Krähe krächzt irgendwo; und kaum größer als ein Punkt schwebt der Habicht beutesuchend in der Richtung des nächsten Dorfes.
Ich sitze am Straßenrand im Schatten eines Maulbeerbaumes, der einer ist von denen, die in gleichen Abständen den Weg säumen, immer kleiner werden und näher aneinanderrücken bis sie weit unten, dort wo Himmel und Erde sich berühren schon so klein geworden, daß sich ihr saftiges Grün mit dem Braun des Ackers und des Himmels Blau zu jenem unbeschreiblichen Rand der Ebene vermischen. Aber auch dort hört sie noch nicht auf. Auch dort ist noch Banat - oder - vielleicht schon das Herz eines fremden Landes. Ich weiß es nicht. Aber ich weiß sicher, daß hinter der Stelle wo Himmel und Erde ganz nahe sind, die Strahlen der Sonne unbarmherzig herabbrennen auf goldgelbe Fluren. Und ich weiß, daß auch dort noch der Kies und der Staub der Straßen mitglüht im Glanze des Sommers und Wolkenkähne bescheiden ihre Wege ziehen.
In der fruchtbaren Tiefebene des Banates habe ich gelernt, was Unendlichkeit ist. Wohin das sehnsüchtige Auge auch blicken mag, nirgend findet es Halt, nirgend Ruhe. Es sieht so weit, wie es überhaupt zu sehen vermag.
Und zwischen großen Tafeln Goldes und zwischen den dunkel- ja bläulichgrünen Maisfeldern, die wie ein junger Wald im Sonnenschein sprießen, liegt hingestreut dort ein hellgrüner Flecken und dort noch einer. Das Dorf. Wie von Künstlerhand mit riesigem Pinsel über die Leinwand Banat hingestrichen, ein gelbliches Grün der Akazienbäume und darin weiße und rote Tupfen - das schwäbische Dorf.
Nicht allzugroß, nicht allzuwuchtig ist der Bau, um den sich die Häuser scharen, wohlgeordnet und gereiht, jedes an seinem vorbestimmten Orte.
Und groß ist der Platz vor der Kirche. Ihr gegenüber liegt die Schule, ihr zur Seite das Pfarrhaus. Dörfliches Leben spielt sich am Hofe ab. Aber am Tag des Herren dankt der Bauer für seinen Segen, und seine Kinder lernen lesen und schreiben. Von der Woche Mühe und Plage will er sich erholen, der Bauer. Nach einer Woche Schuften und Schaffen für sich und die Seinen will er immer wieder das Wunder Gemeinschaft erleben. Darum steht an des Hauptplatzes dritter Ecke das Wirtshaus. Hier wird die Wirtschaft besprochen, hier spielt die Blechmusik. Hier tanzt heiter und ausgelassen die Jugend, hier bespricht ernst und würdig das Alter die Not der Zeit. Wohlbeleibte reiche Bauern mit dicken silbernen Uhrketten und bewegliche weitgereiste Handwerker, sie alle sitzen am selben Tisch und trinken denselben Wein des Dorfwirtes. Nicht dem Wein zuliebe sitzen sie da, denn alle haben sie große, gefüllte Fässer zu Hause im Keller liegen.
Zur Zeit, wenn das Vieh gefüttert werden muß, wird Schluß gemacht. In Gruppen gehen sie weg, die Leute des Dorfes. In Gruppen, die immer kleiner werden, bis auch der Letzte die verzierte Torklinke hinter sich geschlossen. Dann sieht man den würdigen Großbauern, der soeben noch wichtig-gescheit gelehrte Probleme wälzte, mit seinem Knechte zum Stalle schreiten. Nicht selten ist dieser Stall schöner als das Wohnhaus selber. Er ist der eigentliche Stolz des Hauses. Zehn und mehr Pferde warten dort auf Abfütterung und ebenso viele Kühe erinnern ihren Herrn plärrend an ihr Dasein.
Quer über den Hof steht auf hohe Säulen gestützt der Ausschuttboden für den Mais. Lattenbenagelt ist seine Seitenwand, damit die Luft durchziehe, und in wechselvollen Farben prangen sie den Fremden an - die Latten. Erst hinter den Säulen beginnt der Hof. Die Einfahrt wußte eine findige Hausfrau geschmackvoll mit Blumen und wildem Wein zu schmücken. Das Haus ist ihr Arbeitsfeld und der Giebel, der Teil den jeder Vorübergehende sieht. Was Wunder, wenn dieser wohl der umstrittenste und gepflegteste Teil weiblicher Arbeitsobhut anvertraute Besitz ist. Glatt getüncht, mit grellem Sockel ist er Zeuge einer Schönheit der Arbeit. Aber nicht alle Bauernhäuser des schwäbischen Dorfes sind große Barockbauten. Zwischendurch steht auch mal ein bescheidenes, schindel- oder schilfgedecktes Ansiedlerhäuschen, das eine Familie in frommem Ahnenkult seit knappen zwei Jahrhunderten so zu erhalten trachtet wie der, der noch in Deutschland geboren, es entworfen.
Schmuck und prächtig sind diese Dörfer der Banater Ebene. Nur morgens und abends regt sich das Leben in ihnen, wenn die Wagen hinausfahren in die unendliche Fläche fruchtbaren Kulturlandes und wenn sie wieder heimfinden. Schollegebunden ist das Leben. Jede Landschaft hat ihren Menschenschlag und jeder Mensch sucht die seiner Art entsprechende Landschaft.
Unendlichkeit, das ist der Begriff, den mich das Banat gelehrt. Unendlichkeit. Nichts anderes ist es, das sich dem Menschen dieser Landschaft tief in die Seele gelegt und nichts anderes, das seinem Gehaben das Gepräge gibt.

 
  Knees
Knees (Auch: Knies, rumänisch: Satchinez, serbisch:  Knez, ungarisch: Temeskenéz, zigeunerisch: Ogav Chinizitican) liegt in der Banater Heide, ca. 30 km nordwestlich von Temeswar und gehört zum heutigen Kreis Temesch. 
Knees ist heute mit Baratzhausen und Hodoni organisatorisch zu einer Gemeinde zusammengefasst.
 
 


Geografische Lage von Knees

Koordinaten:  Der Ort liegt auf den Koordinaten 21° 02' 23" und 45° 56' 36".
Höhe:  Der Ort liegt bei der katholischen Kirche 102 m über dem Meeresspiegel. Er erreicht nordöstlich in Richtung Baratzhausen mit 106 m seinen höchsten Punkt und südwestlich in Richtung Billed mit  98 m seinen niedrigsten.

 
 


Bahn-/Strassenanschluß

Knees liegt an der Bahnstrecke Temeswar-Ronatz-St. Andres-Hodoni-Knees-Baratzhausen-Ketfel-Warjasch- Perjamosch und Groß-Sankt-Nikolaus. Die Bahnhaltestelle heißt Chinezu und liegt am nordöstlichen Ortsrand.

 
 


Nachbardörfer

Im Südwesten von Knees liegt Billed, im Westen Alexanderhausen, im Nordosten Baratzhausen, etwa im Osten Kalatscha und südöstlich Hodoni.

 
 


Klima

 
 

Wie das ganze Banat hat Knees kontinentales Klima mit kalten Wintern und heißen Sommern, der Frühling ist meistens kurz. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 10,6° C. Die Schwarzerde des Kneeser Bodens und der relativ niedrige Grundwasserspiegel führen zu einer hohen Fruchtbarkeit der Felder.

 
 

Anfahrt

 
  Landkarte  
 


Knees - Anfahrt mit dem Auto

Von Deutschland aus fährt man am Besten über Salzburg, Linz, Wien, Sopron, Kapuvar, Csorna, Györ, Tata, Budapest, Kecskemet, Szeged bis nach Mako. Der größte Teil der Strecke führt über eine gut befahrbare Autobahn (in Ungarn und Österreich gebührenpflichtig). Nur das letzte Stück hinter Szeged ist eine relativ gut ausgebaute Fernstrasse ähnlich einer Bundesstraße. Kurz hinter Mako geht es rechts ab zum Grenzübergang Tschanad (Cenad). Der Grenzübergang stellt im Vergleich zu früher kein Problem mehr dar. Eine gewisse Wartezeit ist jedoch immer noch einzuplanen, weil hier alles nicht so schnell geht wie anderswo, wenig Abfertigungsspuren vorhanden sind und PKWs mit vollbeladenen Anhängern unterwegs sind. Schikanen gibt es keine mehr.

 
 

Tschanad - Alexanderhausen - Knees

Vom Grenzübergang Tschanad (Cenad) fährt man nach Groß- Sankt- Nikolaus (Sinnicolau Mare) und von dort, immer Richtung Temeswar (Timisoara), durch Lowrin bis kurz vor Alexanderhausen (Sandra), hier zweigt eine asphaltierte Strasse links nach Knees (Satchinez) ab.
Die Straße von Tschanad bis Alexanderhausen (und weiter bis Temeswar) ist mittlerweile relativ gut befahrbar. Vorsicht ist jedoch immer an Bahnübergängen geboten, diese sind fast ausnahmlos unbeschrankt und sehr holprig. Hier sollte man Schrittempo nicht wesentlich überschreiten.

 
 

Temeswar - Knees

Will man von Temeswar nach Knees fahren, hat man zwei Möglichkeiten:
Möglichkeit 1: Man fährt von Temeswar über Billed nach Alexanderhausen (Sandra) und von dort rechts ab nach Knees. Diese Strecke ist etwas länger als die in Möglichkeit 2 beschriebene, dafür aber besser befahrbar.
Möglichkeit 2: Diese führt von Temeswar über eine anfangs gut befahrbare Straße nach St. Andres (Sinandrei) und dann weiter nach Kalatscha. Von Kalatscha führt die asphaltierte „Privatstrasse“ einer Ölgesellschaft bis zur Strasse von Hodoni nach Knees, dieser folgt man nach rechts bis Knees. Die erste Kirche von diesem Ortseingang aus gesehen ist die römisch katholische "deutsche" Kirche.

Achtung: Diese Verbindung enthält einzelne extrem schlechte Straßenstücke, die auch bei vorsichtiger Fahrweise den Stoßdämpfern alles abverlangen, da sich dort Schlagloch an Schlagloch reiht und ein Ausweichen oft unmöglich ist.

 
 
________________________________________________________________________________

Alle Rechte vorbehalten
© by webmaster
© Design und Layout
 by webmaster
Stand 07.06.2009